Inhalt
Start Prophet Sklave Glauben an… Beten zu…
Ausschluss
Abtrünnige Christ sein Erklärungen
Persönliches
Über mich Dankbarkeit
Kontakt
Impressum

Ausschluss

Verhalten gegenüber ehemaligen Zeugen Jehovas

Der Wachtturm - Studienausgabe Oktober 2021, Studienartikel 41 Unser Gott ist „reich an Barmherzigkeit“:
Absatz 9: Wenn in der Versammlung bekannt gegeben wird, dass jemand, den wir kennen und lieben, „kein Zeuge Jehovas mehr“ ist, macht uns das sehr traurig. Wir fragen uns vielleicht, ob es wirklich nötig war, ihn auszuschließen. [...]
Absatz 11: Ein Ausgeschlossener lässt sich mit so einem kranken Schaf vergleichen. Er ist im Glauben krank (Jak. 5:14). Auch diese Art Krankheit kann ziemlich ansteckend sein. Deshalb ist es in manchen Fällen nötig, jemanden, der im Glauben krank ist, von der Versammlung zu isolieren. Diese Maßnahme zeugt von Jehovas Liebe zu seinen treuen Schafen. [...]
Absatz 12: Denken wir daran, dass nur reuelose Sünder ausgeschlossen werden. [...]
Interessanter Weise erkennt man an der Bekanntmachung nicht, ob jemand wegen einer schweren Sünde ausgeschlossen wurde oder ob jemand sich selbst entschieden hat zu gehen. Die oben angeführten Aussagen legen nahe, dass jemand, der „kein Zeuge Jehovas mehr“ ist, ein reueloser Sünder ist, selbst wenn er sich nur von der Organisation der Zeugen Jehovas getrennt hat und keine Sünde im biblischen Sinn begangen hat.
Gehorsame Zeugen Jehovas meiden strikt den Kontakt zu ehemaligen Mitgliedern der Gemeinschaft. Diese werden nicht einmal gegrüßt:
Wachtturm 1985 - w85 15. 7. S. 30-31 (Fragen von Lesern):
Wenn ja, dann ermahnte er [Johannes] die Christen damit nicht, lediglich die herzliche Begrüßung (mit einer Umarmung, einem Kuß und einer Unterhaltung) einer Person zu meiden, die Irrlehren lehrte oder die Versammlung verwarf (abtrünnig war). Vielmehr wollte Johannes sagen, daß sie eine solche Person nicht einmal mit cháirō, einem üblichen „Guten Tag“, grüßen sollten.
Sie stützen sich dabei gerne auf folgenden Bibeltext, auf den auch im oben zitierten Artikel eingegangen wird:
2. Johannes 1:10
Wenn jemand zu euch kommt und diese Lehre nicht bringt, so nehmt ihn niemals in euer Haus auf, noch entbietet ihm einen Gruß.
Um welche Lehre geht es denn hier?
2. Johannes 1:9
Jeder, der vorausdrängt und nicht in der Lehre des Christus bleibt, hat Gott nicht. Wer in dieser Lehre bleibt, der hat sowohl den Vater als auch den Sohn.
Es geht also um die Lehre des Christus. Bedeutet das dann nicht, dass jemand, der die Organisation der Zeugen Jehovas verlässt - egal ob freiwillig oder unfreiwillig - aber an Christus glaubt, von dieser Aussage nicht betroffen ist?
Wenn aber nun jemand die Organisation verlässt, aber weiterhin an Jesus glaubt, wird von Zeugen Jehovas erwartet, dass sie diese Person nicht mehr grüßen und jeden Kontakt abbrechen. Zeigt das dann nicht, dass der Glaube an die Organisation wichtiger ist, als der Glaube an Jesus? Ja stellt sich damit die Organisation nicht über Jesus?

Ist ein Ausschluss (Exkommunikation) biblisch?

Was sagt dazu das Erwachet 1947?
Awake January 8, 1947 p. 27, 28 - Are You Also Excommunicated?:
The authority for excommunication, they claim, is based on the teachings of christ and the apostles, as found in the following scriptures: Matthew 18:15-19, 1. Corinthians 5:3-5, 16:22; Galatians 1:8, 9; 1. Timothy 1:20; Titus 3:10. But the Hierarchy’s excommunication as a punishment and "medicinal" remedy (Catholic Encyclopedia), finds no support in these scriptures. In fact, it is altogether foreign to Bible teachings — Hebrews 10:26-31.
Where, then, did this practice originate? The Encyclopædia Britannica says that papal excommunication ist not without pagan influence, "and its variations cannot be adequately explained undless account be taken of several non-Christian analogues of excommunication.". […]
Thereafter, as the pretensions of the Hierarchy increased, the weapon of excommunication became the instrument by which the clergy attained a combination of ecclesiastical power and secular tyranny that finds no parallel in history.
Übersetzung durch www.DeepL.com/Translator:
Die Autorität [bessere Übersetzung vielleicht hier: rechtliche Grundlage] für die Exkommunikation, so behaupten sie, beruht auf den Lehren Christi und der Apostel, wie sie in den folgenden Schriften zu finden sind: Matthäus 18:15-19, 1. Korinther 5:3-5, 16:22; Galater 1:8, 9; 1. Timotheus 1:20; Titus 3:10. Aber die Exkommunikation der Hierarchie als Strafe und „medizinisches“ Heilmittel (Katholische Enzyklopädie) findet in diesen Schriften keine Unterstützung. In der Tat ist sie den biblischen Lehren völlig fremd — Hebräer 10:26-31.
Woher stammt also diese Praxis? In der Encyclopædia Britannica heißt es, dass die päpstliche Exkommunikation nicht ohne heidnischen Einfluss ist, „und ihre Variationen können nicht angemessen erklärt werden, es sei denn, man berücksichtigt mehrere nichtchristliche Analogien der Exkommunikation.“. [...]
Später, als die Ansprüche der Hierarchie zunahmen, wurde die Waffe der Exkommunikation zum Instrument, mit dem der Klerus eine Kombination aus kirchlicher Macht und weltlicher Tyrannei erlangte, die in der Geschichte keine Parallele findet.
Das Erwachet bestätigt also, Exkommunikation (Ausschluss) ist unbiblisch, da ja Hebräer 10:30 das Gericht allein Gott zuspricht:
Hebräer 10:30 (Elberfelder Übersetzung 1871)
Denn wir kennen den, der gesagt hat: „Mein ist die Rache, ich will vergelten, spricht der Herr“. Und wiederum: „Der Herr wird sein Volk richten“.
Der Artikel, der im englischsprachigen Erwachet vor dem oben erwähnten Artikel stand ("False Apostolic Successors") erschien im Erwachet Nr. 593 vom 8. Juni 1947 unter dem Titel "Falsche apostolische Nachfolger". Der oben zitierte Artikel "Are You Also Excommunicated?" wurde dort bereits nicht mehr wiedergegeben. Wenige Jahre später (meines Wissens 1952 oder 1953) wurde die Waffe der Exkommunikation auch bei den Zeugen Jehovas eingeführt, obwohl sie gemäß eigenen Wissen unbiblisch ist.