Neues Licht — Das Licht wird heller

Sprüche 4:18
Aber der Pfad der Gerechten ist wie das glänzende Licht, das heller und heller wird, bis es voller Tag ist.

Neues Licht als Zeichen fortschreitender Erkenntnis

Die „Wachtturm, Bibel- und Traktat-Gesellschaft“ präsentiert immer wieder neue Lehren und Korrekturen bestehender Lehren als „neues Licht“. Dies sehen sie als Erfüllung von
Sprüche 4:18
Aber der Pfad der Gerechten ist wie das glänzende Licht, das heller und heller wird, bis es voller Tag ist.
War denn der Text aus Sprüche 4:18 wirklich eine Prophezeiung für unsere Zeit heute? Aus dem Zusammenhang geht das nicht hervor. Der Text ist formuliert als Gespräch eines Vaters mit seinem Sohn und beginnt mehrere Verse mit „Höre, mein Sohn“ bzw. „Hört, o Söhne“. Letztlich ist es als eine Art „Lebensrat“ eines Vaters dargestellt und richtet sich an die Kinder Israels.

Was sagt die Literatur der „Wachtturm, Bibel- und Traktat-Gesellschaft“?

Watchtower February 1881, page 3 (Charles Taze Russel)
If we were following a man undoubtedly it would be different with us; undoubtedly one human idea would contradict another and that which was light one or two or six years ago would be regarded as darkness now: But with God there is no variableness, neither shadow of turning, and so it is with truth; any knowledge or light coming from God must be like its author. A new view of truth never can contradict a former truth.
"New light" never extinguishes older "light," but adds to it. If you were lighting up a building containing seven gas jets you would not extinguish one every time you lighted another, but would add one light to another and they would be in harmony and thus give increase of light: So is it with the light of truth; the true increase is by adding to, not by substituting one for another.
Übersetzung durch www.DeepL.com/Translator:
Wachtturm Februar 1881, Seite 3 (Charles Taze Russel)
Wenn wir einem Menschen folgen würden, wäre es zweifellos anders bei uns; zweifellos würde eine menschliche Idee der anderen widersprechen, und das, was vor einem, zwei oder sechs Jahren Licht war, würde heute als Finsternis angesehen werden: Bei Gott aber gibt es keine Wankelmütigkeit, keinen Schatten der Wende, und so verhält es sich auch mit der Wahrheit; jedes Wissen oder Licht, das von Gott kommt, muss seinem Urheber gleichen. Eine neue Sicht der Wahrheit kann niemals einer früheren Wahrheit widersprechen.
„Neues Licht“ löscht älteres „Licht“ niemals aus, sondern ergänzt es. Wenn du ein Gebäude mit sieben Gasflammen beleuchten würdest, würdest du nicht jedes Mal eine löschen, wenn du eine andere anzündest, sondern würdest eine Flamme zur anderen hinzufügen, und sie würden in Harmonie sein und so für mehr Licht sorgen: So verhält es sich auch mit dem Licht der Wahrheit; die wahre Zunahme entsteht durch Hinzufügen, nicht durch Ersetzen des einen durch das andere.

Charles Taze Russel machte in diesem Artikel deutlich, dass „neues Licht“ immer nur das bereits vorhandene Verständnis ergänzen kann. Bei der „Wachtturm, Bibel- und Traktat-Gesellschaft“ wird bestehendes „Licht“ durch sogenanntes „neues Licht“ ersetzt. Gerne nennen sie es „heller werdendes Licht“, doch bisherige Glaubensgrundsätze (beispielsweise beim Thema Eigenblutspende) werden verworfen und durch neue Regelungen ersetzt.
Gemäß den Richtlinien von Russel, wäre das ein klares Zeichen für eine „menschliche Idee“. Anders formuliert: Russel legte damals einen Maßstab fest, an dem man erkennen könnte, ob eine Gruppierung von Menschen geführt wird. Der „treue und verständige Sklave“ wäre gemäß seinem Maßstab also klar von Menschen geführt und nicht — wie sie gerne behaupten — vom Heiligen Geist Gottes.

Änderung beim Thema Eigenblutspende

[w20 15.10. S. 30, 31, Absatz 1, 5, 8] Fragen von Lesern
Wie sind Jehovas Zeugen angesichts biblischer Gebote über die passende Verwendung von Blut zu medizinischen Verfahren eingestellt, bei denen Eigenblut verwendet wird?
[…]
Gelegentlich fordern Ärzte einen Patienten auf, sein eigenes Blut einige Wochen vor einer geplanten Operation zu spenden (präoperative Eigenblutspende), so daß im Bedarfsfall das patienteneigene, gelagerte Blut übertragen werden könne. Doch Blut auf diese Weise zu sammeln, zu lagern und zu übertragen widerspricht geradewegs dem, was im dritten und fünften Buch Mose gesagt wird. Blut darf nicht gelagert werden; es muß ausgegossen werden — gleichsam Gott zurückgegeben werden. Zwar ist das mosaische Gesetz nicht mehr in Kraft. Dennoch achten Jehovas Zeugen die Grundsätze, die Gott darin verankerte, und sie sind entschlossen, sich ‘von Blut zu enthalten’. Deshalb spenden wir kein Blut und lassen auch unser Blut, das ‘ausgegossen’ werden sollte, nicht für eine spätere Transfusion lagern. Ein solches Verfahren widerspricht dem Gesetz Gottes.
[…]
[…] Ein Christ muß selbst entscheiden, wie sein eigenes Blut im Verlauf eines chirurgischen Eingriffs, eines medizinischen Untersuchungsverfahrens oder einer laufenden Therapie verwendet werden soll. […]
[w20 15.10. S. 31, Absatz 3] Aktueller Lagebericht der Leitenden Körperschaft, Nr. 2 (2026) ab 10:57
In diesem Video zitiert Gerrit Lösch obigen Wachtturm, allerdings nur die Worte aus Absatz 8, ohne zu erwähnen, dass der gleiche Artikel im Absatz 5 eine Eigenblutspende klar als widersprüchlich zu Gottes Gesetz bezeichnet:
„Ein Christ muß selbst entscheiden, wie sein eigenes Blut im Verlauf eines chirurgischen Eingriffs, eines medizinischen Untersuchungsverfahrens oder einer laufenden Therapie verwendet werden soll.“
Danach gibt er eine Anpassung der Lehre bekannt:
Vor diesem Hintergrund hat die leitende Körperschaft nach vielen Gebeten und gründlichem Bibelstudium entschieden, unseren Standpunkt zur Verwendung von Eigenblut in medizinischen Angelegenheiten anzupassen. Das Ergebnis ist Folgendes: Bei medizinischen Behandlungen und chirugischen Eingriffen muss ein Christ selbst entscheiden, wie sein eigenes Blut verwendet werden soll. Er kann selbst entscheiden, ob er zustimmt, dass sein Blut entnommen, gelagert und ihm wieder zugeführt wird. […]
Allerdings sagt die Bibel nichts über die Verwendung von Eigenblut im Rahmen einer medizinischen Behandlung.

Ein heller werdendes Licht wäre gemäß der Beschreibung Russels gewesen, wenn man bisher gesagt hätte, „Wir wissen nicht, ob das biblische Gebot auch für Eigenblutspenden gilt“ und jetzt erkannt hätte, wie es sich wirklich verhält. Doch bei der „Wachtturm, Bibel- und Traktat-Gesellschaft“ wird eine bisherige Lehre, die sogar Todesopfer gefordert hat, einfach mal „angepasst“. Da wird kein Licht heller, da wird nichts bedauert, da wird kein Todesopfer erwähnt.
Wendet man hier die Regel Russels an, wird klar, dass es sich um rein menschliche Lehren handelt und damit um eine menschliche Organisation.